http://cdn.designzzz.com/wp-content/uploads/2011/02/Freedom_by_Kvikken.jpgIn den letzten Tagen hat sich das Thema Heimweh in viele meiner Konversationen gemischt. Von den Einen, die nach einer Woche Heimweh haben zu den Anderen, die nach einem Monat noch nicht einmal einen Gedanken nach Hause verschwendet haben zu mir. Ich bin der Meinung, jemand der kein Heimweh hat ist entweder noch nicht lang genug weg gewesen oder hat nichts Wertvolles zurück lassen müssen.

 

In zwei Wochen steht mein erster Geburtstag seitdem ich ausgewandert bin bevor. Damit bin ich dann auch schon 10 komplette Monate in Washington. Mein „Heimweh“ hat sich ehrlich gesagt erst vor etwa einem Monat eingestellt.

Ich glaube Heimweh hat sehr wenig mit einem Ort zu sein. Es ist mehr ein Gefühl, das man vermisst, eine Person, die einem fehlt, eine Selbstverständlichkeit, die es nur einmal gibt. Ich vermisse die engen Freundschaften, die ich in Deutschland gehabt habe. Ich habe hier in 10 Monaten Freunde gemacht und bin nie einem Menschen näher gewesen als meinem Mann und dennoch gibt es Tage an denen ich mich einsam fühle.

 

Ich musste nochmal von vorne anfangen: neue Freundschaften schließen, mich in einem Freundeskreis neu etablieren, meine „Karriere“ neu beginnen. Nochmal unten anfangen. Es hat mir die Möglichkeit gegeben mich selbst zu finden. Ich bin in Deutschland manchmal eingeschüchtert gewesen, ängstlich meine eigenen Fesseln zu sprengen, nicht mutig genug etwas Unabsehbares zu tun. Hier kannte mich niemand. Ich habe keine Grenzen gehabt, keine voreingestellten Meinungen. Ich fühlte mich frei zu sein, wer ich bin und vielleicht auch ein bisschen mehr wer ich sein möchte. Diese Freiheit nimmt einem allerdings auch Routine, Selbstsicherheit, Support.

 

Nein, ich habe kein Heimweh. Ich habe Freundinnenweh. Manchmal gewöhnen wir uns so sehr an das Außergewöhnliche, dass wir es nicht mehr zu schätzen wissen. Ich weiß meine Freundschaften jetzt schätzen als je zuvor.

 

Vielleicht sollten wir alle die Dinge, die wir haben einmal mit den Augen eines Anderen betrachten. Oder den den eigenen Augen, die wissen, dass wir die Dinge nicht für immer haben werden. Seid dankbar! Jeden Tag für das was ihr habt. Für das was ihr seid. Und für das was ihr euch wünscht. Für den Schritt dem ihr diesem Wunsch näher kommt. Für jede Hand, die euch hält.

 

Die Leute, die du kennst, sind meist die Besten, die du hast!

In diesem Sinne liebste Grüße aus dem seit 3 Monate sonnigen Seattle.

 

 

 

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