if I'm flying or falling.
Das Leben hat so viele Wendungen. Freunde werden manchmal Fremde und jemand, der gestern noch ein Fremder war, kann plötzlich dein ganzes Leben verändern. Ein sicherer Ort kann zu unserem eigenen Gefängnis werden und ein fremder Ort plötzlich ein Zuhause.
In einem Moment scheinen wir die Welt in unserer Hand zu halten, in der nächsten Sekunde verlieren wir den Boden unter den Füßen. Niemandem ist ein Morgen garantiert und doch sorgen wir uns um übermorgen mehr als um heute. Gestern können wir nicht mehr ändern und doch definieren wir uns mehr an dem, was wir gestern getan haben als an dem, was wir heute tun können.
Leben ist nicht immer mit beiden Füßen auf festem Grund zu stehen. Für mich jedenfalls hat es in letzter Zeit mehr etwas von wie eine Feder in der Luft schweben gehabt. Und nie bin ich mir so ganz sicher, ob ich fliege oder falle. Und auch nicht, ob ich tatsächlich eine Feder oder doch eher eine Plastiktüte bin.
Jede Sekunde kann der Wind einen in eine völlig neue Richtung blasen. Und genauso wenig, wie sich der Wind beeinflussen lässt, lässt sich unser Schicksal steuern. Wir können uns nur der Richtung des Windes fügen und versuchen uns von ihm so weit wie möglich tragen zu lassen.
Ich bin nur ein Mädchen, das versucht ihren Platz in dieser Welt zu finden. Ein jeder von uns hat sich sicher schon einmal ein bisschen fehl am Platz gefühlt. Ein bisschen unverstanden. Ein klein bisschen anders. Dieses Gefühl kann einen wie ein böser Schatten verfolgen, der in Momenten größter Freude und größter Trauer nicht auffällt, aber bei normalem Tageslicht große Ausmaße annehmen kann.
Vielleicht müssen wir macnhmal die Augen schließen und uns von der Klippe stürzen. Nicht um wegzulaufen, nicht um Selbstmord zu begehen, sondern um die Chance zu ergreifen, vom Wind dorthin getragen zu werden, wo wir, wenn wir fallen, weich landen.