Manchmal verlieren wir Dinge, die wir unbedingt brauchen. Je stärker wir versuchen uns daran zu erinnern, wo wir sie zuletzt gesehen oder hingelegt haben, desto weniger können wir uns daran erinnern. Und desto unsicherer werden wir, ob unsere Erinnerungen stimmen oder unser Wunsch etwas zu finden uns betrügt.

Manchmal suchen wir nicht nur nach Dingen. Wir suchen nach Begegnungen, nach Worten, nach Augenblicken, nach Gefühlen. Nach Liebe, nach Glück. Wir stellen unsere gesamten Erinnerungen auf den Kopf, fest davon überzeugt die Dinge zu finden, nach denen wir schon damals gesucht haben. Eine Antwort auf das Warum und Wofür. Und je größer der Wunsch, diese Erinnerungen zu finden, desto weiter rücken zu von uns weg.
Es ist soviel einfacher sich an Schmerz zu erinnern als an Glück, weil wir nach dem Schmerz nicht suchen, sondern weil er uns findet.

Was wenn wir nach etwas suchen, das wir noch gar gefunden hatten?
Können wir Ausschau nach etwas halten, an dessen Existenz wir nur zu hoffen wagen?
Können wir etwas finden, das wir noch nie gesehen haben allein durch den Wunsch, dass es irgendwo da draußen zu finden ist? Weil wir glauben, dass andere Menschen es schon gefunden haben?

Können unsere Augen Dinge erfassen, deren Aussehen wir nur aus unserer Vorstellung kennen? Kann unser Kopf Dinge begreifen, die unser Herz erschaffen hat? Erschaffen will...

Kann ich etwas verlieren, dass ich nie besessen habe?

Wir sind alle auf der Suche.
Doch manche Dinge kann man nicht finden, nur weil man glaubt, dass es sie gibt. Vielleicht müssen wir von manchen Dingen gefunden werden.
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